An diesem Abend, findet die vorletzte Lesung von Wolfram Huber in diesem Sommer statt. Sie ist einem ganz besonderen Sprachkünstler gewidmet, wie er kaum seinesgleichen hat: Rainer Maria Rilke, über den Robert Musil einmal sagte: „Dieser große Lyriker hat nichts getan, als dass er das deutsche Gedicht zum ersten Mal vollkommen gemacht hat.“ Diese von Musil gerühmte Vollkommenheit wird an diesem Abend anhand Rilkes berühmtester Gedichte, wie „Der Panther“, „Liebes-Lied“, „Herbsttag“, etc. dargeboten .
Der zweite Teil bringt die erste der zehn Duineser Elegien , die in ihrer sprachlich-bildhaften Ausformung einzigartig sind, sowie die weithin bekannte „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, ein Werk, das zum Lieblingsprogramm von Oskar Werner gezählt hat und das er noch in seinem Todesjahr 1984 in Salzburg vorgetragen hat.
Erstaunlich – und an diesem Abend ebenfalls erlebbar – aber ist, dass Rilkes Werke und vor allem auch seine Briefe ganz allgemein für jeden Hörer bzw. Leser eine praktische Lebenshilfe darstellen könne, wenn er sich etwa über die Wolllust, die Einsamkeit und die Oberflächlichkeit der Welt äußert, zugleich aber fundiert seine Meinung dazu darlegt.
Wie „Modern“ der Dichter heute sein könnte, formuliert Volker Michels so: „In allem verkörpert Rilke das genaue Gegenteil dessen, was in den westlichen Industrienationen als erstrebenswert gilt……Unserem Aktivismus setzt er eine geradezu buddhistisch anmutende Geduld entgegen, eine Zuversicht, die nichts erzwingt, sondern gelassen den rechten Augenblick abzuwarten vermag….als Voraussetzung für ein bewusstes und intensives Leben“. Somit scheint ein „intensiver“ Abend garantiert.
Eintritt freiwillige Spende

